Römische
Turbinenmühlen in Chemtou und Testour
von Uwe
Bigalke
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Abb.9 Schnittzeichnung der
Turbinenanlage nach J.
Röder |
| den drei Gerinnen ist der nördliche Kanal
im Hochwasser des Jahres 1979 weggebrochen, seine nördliche Wandung
liegt heute horizontal verkippt im Fluss Das zweite Gerinne besitzt
im Gegensatz zu Chemtou noch seine ursprüngliche Plattenabdeckung,
das dritte ist am Steilufer verschüttet. Doch zeigen Reste der
aufgehenden Ostwand des Mühlengebäudes die ursprüngliche Größe des
Gebäudes. Deutlich erkennbar sind die Nuten für Stauschützen und
Reste der Turbinenrundschächte, die über dem Radkasten aus
Kalksteinblöcken mit Ziegeln verkleidet waren. Nach den mit der
Mühle in Chemtou identischen Baumaßen und Details ist die Anlage
wahrscheinlich gleichzeitig mit jener in Simitthus entstanden.
Während dort die Trümmersituation der römischen Brücke das Medjerda-
Wasser aufstauen konnte, scheint in Testour nach einer Flussaufwärts
im flachen Wasser deutlich erkennbaren Quaderlage ein Staukanal
angelegt zu sein. Die Untersuchung dieses neuen, bedeutenden
Beispiels spätantiker Technologie soll noch in diesem Jahr beginnen.
Soweit Prof. Rakob in seinem Artikel in der ATIKEN WELT. Nach
weiteren Begehungen sind wir zu der Erkenntnis gekommen, dass es
sich nicht um einen Staukanal handelt, sondern vermutlich um eine
zweite Anlage. Die Anlage wurde entweder parallel zur anderen Anlage
errichtet wurde, oder sie war ein Vorgänger, die den Staudruck in
der Flussschleife nicht standgehalten hat.
Leider ist das Interesse auf der tunesischen Seite an dieser,
wirklich hochinteressanten technischen, Anlage nicht sehr groß und
die Gemeinde entsorgt hier weiterhin ihren Müll und leitet die
Abwässer der Stadt über die Ruine in den Fluss ein. Es ist also in
den letzten acht Jahren seit der Entdeckung der Mühle nichts
passiert, außer das sich die Konservierungsschicht in Form von Müll
erhöht hat. Diese Turbinenanlage ausgraben und restaurieren würde
sich sicherlich als Touristenattraktion vermarkten lassen und der
armen Gemeinde Testour gut zu Gesicht
stehen. |
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| Abb.10 Fundamente der, von uns
vermuteten, zweiten Anlage |
Abb.11 Ansicht von oben auf die
Gerinne der Mühle in Chemtou |
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| Abb.12 Chemtou Gerinne |
Abb.13 Chemtou
Turbinenschacht |
und wenn
sie nicht gestorben sind dann leben Sie noch heut. |
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| Uwe Bigalke
Januar 2003 | |