I  Die Straße II   Die Straßenkonstruktion  III Meilensteine

Vorwort

 

"Roms Glanz und Gloria in Afrika:

Nie zuvor und nie danach hat Tunesien eine derartige Blütezeit erlebt. Das Kolosseum von Thysdrus (EI-Djem) demonstriert die Macht einer, wie auf alle Ewigkeit errichteten,  Weltherrschaft. Die römischen Städte, die dann doch in Trümmer fielen, waren einst selbst auf fremde Fundamente gesetzt worden - in Karthago,  in Dougga und anderswo ....

schreibt Prof. Friedrich Rakob in der Merian Ausgabe 10 32. Zu diesen großen Bautätigkeiten  gehörte  auch  der  Ausbau  der  VIA NVMIDICA. Prof. Felix Dahn erwähnt die Straße in seinem ersten Buch über die Vandalen, wie folgt:

Es ward genommen im ersten Anlauf, das Heer der Vandalen stob zersprengt nach allen Richtungen auseinander; Gelimer entkam mit wenigen Verwandten und Dienern auf der Straße nach Numidien. Die ganze Nacht haute die verfolgenden Reiter Belisars nach: Die im Lager gefangene Männer wurden erschlagen, Weiber und Kinder verknechtet. Das war die Schlacht von Trikameron (Mitte Dezember 533 n. Chr.), die das Reich Geiserichs zerbrach.

 

Auf einem Meilenstein, 237 n. Chr. für den Soldatenkaiser Caius Julius Maximinus (Thrax) und seinem Sohn gesetzt, steht folgender Text:

 

..............................    VIAMA   KARTHAGINEVS   QVE   AD   FINES NVMIDIAE PROVINCIAE LONGA INCVRIA CORRVTAM ADQVE DILAPSAM RESTIT VERVNT.

 

Das soll heißen: dass der Kaiser die lange vernachlässigte und zerstörte (verstreute) Straße von Karthago zur Provinz Numidien wirklich instand setzte.

 

Wir  hatten  uns  nun  vorgenommen,  diese Straße, die wir VIA NVMIDICA nennen, genauer unter die Lupe zu nehmen, da es sich hier um ein Bauwerk handelt, dass zu dem Wohlstand in der Provinz Afrika seinen Anteil leistete. Wie heute auch, brauchen Handel, Verwaltung und Handwerk eine gut ausgebaute Infrastruktur und da sind sicher die Verkehrswege absolut vorrangig. Vor allen Dingen natürlich auch die Landwirtschaft, die ihre, zum Teil sehr leicht verderblichen, Produkte schnell in die nächste Siedlung oder Stadt schaffen musste. Die ursprünglich,  hauptsächlich aus  militärischen Gründen gebaute Straße erfüllte  dann sozusagen einen guten Zweck, in dem sie erheblich zur Entwicklung des Landes beitrug. Bei unserem Bemühen gutes Kartenmaterial von dem Straßenbereich zu bekommen, im Maßstab 1: 25 000 oder 1: 50 000, wurde schon mal nichts. Alle öffentlichen Stellen lehnten ab, militärische Geheimhaltung etc. Wir mussten uns also mit der Touristenkarte und der Tabula Peutinger begnügen. Die Landbevölkerung, sozusagen das kleine Fußvolk,  war  dagegen  sehr  hilfsbereit  und freundlich. Wir haben bei diesen Begehungen viele Freundschaften schließen können und so manchen Tee zusammen getrunken. Man könnte fast sagen, für uns ist die VIA NVMIDICA zu einer Straße der Freundschaft geworden. Zum zweiten entschädigt natürlich die schöne Landschaft, besonders im Frühjahr, wenn alles grünt und blüht.

Bedanken möchten wir uns bei unseren archäologischen Freunden, die uns immer wieder zum Weitermachen animierten.

Im italienischen Wort »strada«, dem englischen »street« und dem deutschen » Straße« klingt eine der größten Errungenschaften römischer Zivilisation nach: die feste, dauerhafte Straße, welche die entferntesten Städte des gewaltigen Imperium Romanum miteinander verband. »Strada«, »street« und »Straße« leiten sich jedoch nicht vom lateinischen Wort für Straße, nämlich »VIA«, her, sondern von einer bedeutenden technischen Einzelheit des Straßenbaus, dem Nivellieren, dem Pflastern, von einer Einzelheit also, durch die sich die großen römischen Verkehrsstraßen von den anderen, staubigen, ungepflasterten Straßen des Altertums unterscheiden. Die geradlinige Anlage der großen Verkehrsadern machte gewaltige öffentliche Arbeiten notwendig: den Bau von Tunnels, das Abtragen von Felsen, die Konstruktion gewaltiger Brücken mit mehreren Bogenreihen übereinander.

Über die Strahlen des sternförmigen Straßennetzes, dessen Mittelpunkt der von Augustus auf dem Forum in Rom errichtete goldene Meilenstein bildete, zogen Soldaten und Kaufleute, Waren und Ideen, die Kultur Roms, das Christentum und dann die Barbaren, die einem Abschnitt der Weltgeschichte ein Ende setzten.

Abb.   Ein römischer Legionär bei der Straßenvermessung mit einem Visierinstrument,

die so genannte Groma. Die Waffen hat er abgelegt.

Gabi und Fatima

 

Abb. 1  Nur ein Esel hält die Wacht an der VIA NVMIDICA  

Abb.2  Foto eines Meilensteins an der 85. Meile durch den Verfasser

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VIA NVMIDICA

Geschichte und Leben einer antiken

Hauptstraße in Tunesien

     

I Die Straße

Ein  plaustrum  ist  ein  römischer Karren,  den  die  Bauern auf dieser Straße benutzten.

Tunesische Sommerlandschaft
Abb.4  Ansicht von THVGGA (Dougga) in das Tal durch das die Straße führte 

             Straßen in der Antike

 

[1] Verkehrswege zwischen Siedlungen muß es schon in vorgeschichtlicher Zeit gegeben haben. Ausgrabungen haben S. innerhalb von Siedlungen zutage gefördert. Die •>• < Klagen des Bauern), ein ägyptischer Text aus der Zeit des Mittleren Reichs, berichtet von einer öffentlichen S., deren Benützung jedem gestattet ist. In Kreta wurden S. bereits im 2.Jt.v.Chr. gelegentlich gepflastert. Auch die Hethiter besaßen ein entwickeltes Straßen-System; die  berühmte  persische  Königsstraße  in  Kleinasien scheint ihr Werk zu sein. Die assyrischen Herrscher Sargon l. und Sanherib (um 700 v. Chr.) bauten bei Niniveh bis über 20 m breite, gepflasterte Straßen, erhalten ist die Bauinschrift. Neuere Forschungen zeigen, dass die etruskischen Städte durch gut ausgebaute, zum Teil ins Gestein gehauene Straßen miteinander verbunden waren, einige davon wurden später von den Römern benützt (Via Cassia, Clodia). Vom Straßen-System der Perser berichten griechischen Quellen.

  [2] In Griechenland wurde wegen der geographischen Lage der größte Teil des Verkehrs über die Schifffahrt abgewickelt. Bezeichnend ist, dass die für Fahrzeuge benutzbaren Straßen einen besonderen Namen hatten; zu diesen gehört die von Athen nach dem  Piräus oder nach  Eleusis. In Makedonien baute  Archelaos  Militärstraßen (Thuk.2, loo). An den Straßen standen  Gasthäuser für die Reisenden. In den Städten gab es in hellenistischer und römischer Zeit Straßen-Aufseher;

die Straßen waren eng und gewunden, erst seit Hippodamoss wurden die Städte mit geraden, rechtwinkligen Straßen geplant und gebaut.

 

[3] Die Römer legten um so mehr Gewicht auf ein gut ausgebautes Straßen-System. Bereits die  Zwölftafelgesetze beschäftigten sich mit dieser Frage, indem sie die Mindestbreite öffentlicher Straßen festsetzten. Die mit dem Straßen-Verkehr zusammenhängenden rechtlichen Fragen sind in den  Digesten ( 43,8; Ulpian u.a.) behandelt, hier wird auch die Einteilung in öffentliche S. (viae publicae) und Nebenstraßen (viae privatae und vicinales) begründet; außerdem werden noch die Militärstraßen (viae militares) unterschieden. Die S. und Gassen innerhalb der Städte bilden auch juristisch eine weitere Gruppe für sich: eigene Beamte haben die Aufsicht über sie, wie in Rom die Illlviri viarum curandarum, im allgemeinen freilich die Ädilen. Wenigstens die wichtigsten Straßen in Rom hatten einen Namen etliche sind auf Inschriften und Stadtbeschreibungen überliefert. Die Kosten für Bau und Unterhalt der S. trugen vor allem die angrenzenden Grundbesitzer; ausnahmsweise bezahlten sie siegreiche Feldherrn aus den Beutegeldern ( Manubiae). Der  Fiscus oder das  Aerarium  tragen gelegentlich einen Teil der Kosten. Die Wiederherstellung einer Meile der >Via Appia kostete im 2.Jh.n.Chr. etwas über l00000 Sesterzen

 

 [4] Die frühesten römischen Straßen verbanden Rom mit den zuerst eroberten Gebieten, wie die Via Gabina, später bis Praeneste verlängert, die Via Latina, die Via Salaria (Salzstraße )  u.a. Die erste große gepflasterte Straßen ist die  Via Appia, erbaut vom Censor des Jahres 312 v. Chr., Appius Claudius Caecus, die in späterer Zeit bis nach Brindisi, dem Ausgangspunkt der Schiffslinien nach Griechenland, verlängert wurde. Nach Norden führten die S. entweder durch Etrurien (Via Clodia und Cassia) oder durch Umbrien zum Adriatischen Meer (Via Flaminia). Die Via Aurelia folgte der Westküste Italiens, ihre Fortsetzung führte durch Südgallien, an der spanischen Ostküste entlang (via Augusta) und endete bei Cadiz. Alle Provinzen hatten ein dichtes Netz von S., die die wichtigen Ortschaften (Städte, Häfen, Legionslager) miteinander verbanden.

 

  [5] Die großen Epochen der Straßenbautätigkeit sind die Zeit der >Gracchen, des -Augustus, des Trajan und des Septimius Severus gewesen. Das bezeugen besondes die Meilensteine, die an den öffentlichen Straßen Meile für Meile aufgestellt waren und in der Republik den Namen der Censoren oder der Konsuln, in der Kaiserzeit des jeweiligen Kaisers trugen. Die italischen Hauptstraßen hatten seit Augustus eigene Beamte, die curatores viarum. Die S. wurden nach Möglichkeit gerade angelegt; außer den > Post-Stationen standen den Reisenden > Gasthäuser zur Verfügung. Reisehandbücher (ltinerarien) gaben die Entfernungen zwischen den Ortschaften an; Straßenkarten (Peutingersche Tafel, heute in Wien) stellten die Distanzen übersichtlich dar (Kartographie). In Vicarello in Mittelitalien, einem berühmten Kur- und Badeort der Antike, fand man kleine zylindrische Objekte, Nachahmungen von Meilensteinen, auf denen sämtliche Stationen mit Entfernungen von Spanien bis dort verzeichnet sind. Sie dienten als Reiseführer und wurden am Ende der Reise einer Gottheit als Weihgeschenk dargebracht. Die Straßen waren zum Teil schmal, bes. die Passstraßen. Die technische Leistung, bes. beim Bau von -, Brücken und Viadukten, ist bewundernswert. Im Weg stehende Felsen wurden weggebrochen, berühmt ist die Trajans- Straße an der unteren Donau. Auf die Pässe führten sie möglichst gerade, steil und mit wenig Kurven, auf der Passhöhe stand außer einem Gasthaus ein Heiligtum, wie dasjenige des Jupiter Poeninus auf dem Großen St. Bernhard. In sumpfigen Gegenden wurden Dämme und Abwässerungstunnels errichtet, wie z.B. im Großen Moos in der Schweiz für die von Aventicum.

 

Römisches Straßennetz                    Via Numidica

Straßenkarte nach P. Salama, Algier 1952
Tabula Peutinger

 

Anmerkungen zu der Tabula Peutinger:

Die Tabula Peutinger wurde nach dem Augsburger Humanisten Konrad Peutinger benannt und sie ist eine, aus dem 12. /13. Jahrhundert n. Chr. stammende, Kopie einer römischen Straßenkarte. Es wird vermutet, dass sie in Grundzügen auf die Weltkarte des Agrippas (63 -12 v. Chr.) zurückzuführen ist. Auf geographische Proportionen legte man damals keinen Wert, da man das Format von 34 cm Höhe und ca. 6,82 m Länge anfertigte, das entspricht etwa dem Format einer antiken Buchrolle. Die eingetragenen Straßenlinien sind schematische Verbindungslinien zwischen den, in Gestalt eines Knicks gezeichneten, Ortschaften. Die Karte nennt über 3.500 Orte. Die Meilenangaben ist die Distanz zwischen den einzelnen Ortschaften. Die Distanz auf der VIA NVMIDICA zu den einzelnen Ortschaften wurde fortlaufend von Karthago aus gemessen. Die Meilenangaben auf den, bis Agbia gefundenen, Meilensteinen entsprechen ziemlich genau den zusammengezogenen Maßen auf der Tabula Peutinger, auch Messungen, die wir von Karthago (Theater) ausgehend bis Agbia vorgenommen haben, sind mit diesen Maßen, bis auf kleinen Abweichungen, fast identisch.

Namensliste und Distanzen aus der Tabula Peutinger für die Strecke von Karthago nach Theveste (die VIA NVMIDICA).

(Namen aus der Tabula Peutinger entnommen, eingeklammerte Namen nach L. Poinssot).

 

Chartagine (Karthago) 00, Ad Pertusa 14, Ad Mercurium 18, Inuca 20, Sicilibba 33, Thurris (Turris) 38, Vallis 44, Ad Atticille 54, Choreva 64, Aquis 72, Aobia (Agbia) 84, Mubsi (Musti) 91, Thacia 98, Drusihana 105, Larabiis (Lares) 117, Orba (Obba) 124, Muna (Verrona) 140, Ad Medera (Ammaedara) 156, Ad Mercuriu 170, Theveste 181

VALLIS VI  THVRRIS V  SICILIBBA XIII  IIWCA II  AD MERCVRIVM AD 1111 PEBTVSA Xllll CHARTHAQINE VII THACIA VII (Karte 2) MVSTI VII AQBIA VI TIQNICA VI AQVIS VIII CHOREVA X AD ATTICILLE X THEVESTE XI AD MERCVRIVM Xllll AD MEDERA XVI MVNA XVI ORBA VII LARABUS XII DRVSIHANA

Ausschnitt aus der Tabula Peutinger für die Strecke von Karthago (rechts oben) nach Theveste

(links unten.

Straßenverlauf und die noch sichtbaren Zeugen

 

Wir beginnen hier in SICILIBBA, heute El Alouine, nahe Borj El Arnri. SICILIBBA befand sich etwa an der 33. römischen Meile. Von hier aus zweigte eine weitere Nebenstraße in Richtung TIBVLI und weiter zum MVNICIPIVM SEPTIMIVM ab. SICILIBBA befindet sich heute in einem bedauerlichen Zustand, es ist umgepflügt und durchgewühlt  und  wird  teilweise  als  Müllhalde zweck- entfremdet.

Abb. 5 SICILIBBA heute, eine Müllhalde Abb. 6 SICILIBBA heute
Abb.7  TVRRIS Reste der Thermenanlage Abb.8  TVRRIS heute

Von SICILIBBA aus führt die Straße in Richtung TVRRIS und sie verläuft etwa parallel der heutigen Hauptverkehrsstraße nach Le Kef und Beja. Entfernung It. Tabula Peutinger 5 Meilen (ca.7,5 km

Die Straße führt zwischen SICILIBBA und TVRRIS durch flaches Land und wird erst kurz vor TVRRIS wieder gut sichtbar. An einigen Stellen haben sich Kleinbauern Häuser auf die Fahrbahn gesetzt. Die Straße verläuft hier etwa 200 m neben der modernen Straße. Etwa 500 m hinter TVRRIS macht die Straße einen scharfen Knick nach links und bewegt sich auf eine flache Hügelkette zu, die sie im Kammbereich bis VALLIS nicht wieder verlässt. Das Teilstück lässt sich auch noch heute befahren.   

Abb.9  Blick in Richtung TVRRIS

TVRRIS liegt rechts der Straße an der Südseite eines kleinen Hanges. Noch sichtbar, im unteren Bereich, eine kleine Thermenanlage. Leider ist hier ein Bauer dabei, alles aus der Erde ragende, zu beseitigen, zwecks Getreideanbau.

Von der Hügelkette schauend, lässt sich die Straße noch gut ausmachen und an einigen Stellen sind sogar noch die gesetzten Randsteine gut sichtbar ( Abb. 9).

 

Abb.10  VALLIS im Hintergrund   Abb.11  Die Colonia VALLIS heute mit den Resten der Thermenanlage
Vor der COLONIA VALLIS verliert sich die Straße dann im Gelände. Vallis war sicherlich ein wichtiges Handelszentrum für landwirtschaftliche Produkte, die von hier aus zur Küste gelangten. Die Ruinenfelder, vermutlich größtenteils Höfe in der umliegenden Region, zeugen von einer intensiven Bewirtschaftung in diesem Raum. Abb. 10 - Der Blick auf den, vor VALLIS fließenden Wadi, dahinter das Widerlager einer Brücke aus Holz; Am Horizont die Ruinen einer Festung aus byzantinischer Zeit
Abb.12 Straßendamm zwischen Sidi Salah und Hechir ben Hebara

Abb.13   AD ATTICILLE - Im Hintergrund die ankommende Straße  

AD ATTICILLE

 Abb. 13 – Liegt an der Südseite eines kleinen Hügels. Erkennbar sind noch einige Gebäudereste. Die Straße führt weiter zum Oued Tabia, der hier im Straßenbereich zusammen fließt. Hier finden sich einige, verstreut liegende. Baufragmente und ein aufgehendes Mauerwerk aus Opus Caementitium, vermutlich die Reste einer Wasserleitung (Abb. 14 und Abb. 15).

Abb.14  Reste eines Bauwerks Abb.15 Ansicht von Süden
Vom Oued Tabia aus verläuft die Straße, sich an den Ausläufen des Djebel Djafla haltend, über Sidi Sahbi, einer kleinen römischen Siedlung, nach Dr. Gram. Hinter Dr. Gram, etwa In Höhe Sidi Mahmoud, befand sich eine weitere kleine Siedlung.

Abb.16  Straßendamm bei Kat. Farhate

Abb.17  Reste der Fahrbahn

Ab Dar Gram macht die Straße einen großen 90 Grad Bogen nach rechts bis nach Kat. Douemis; Bei Kat. Douemis hebt sich der Bogen durch eine Linkskurve wieder auf.

Hinter Dr. Gram durchquert die Straße eine kleine Senke und führt dann über eine kleine Hügelkette, auf der sie noch gut sichtbar aus dem Boden hervortritt (Abb. 16 Kat. Farhate - im Hintergrund links Dar Gram). Bei Kat. Douemis macht die Straße einen Knick nach links und verläuft dann gerade aus nach Alma (Abb. 17

Abb.18  Die Straße bei Douemis in Richtung ALMA Abb.19  Überteerter Straßenbereich vor ALMA  
Von Kat. Douemis führt die Straße schnurgerade aus nach ALMA (Abb. 18 - Die Straße bei Douemis, im Vordergrund die befestigte römische Straße, die dann im weiteren Verlauf mit einer Teerdecke versehen wurde; Bildmitte - Noch gut sichtbar die linke Randbefestigung der Fahrbahn; Bildseite rechts - Die, durch einen Bauern aufgenommenen. Fahrbahnsteine. Die heutige Straße zwischen Goubellat und Testour : links im Vordergrund befinden sich noch Reste einer römischen Siedlung). Kat. Douemis war die 58. Meile, von Carthago ausgehend.

ALMA

war eine kleine römische Siedlung, heute führt die moderne Straße durch die Stadt. Bei dem Bau der Straße hat man rücksichtslos die antiken Reste der Häuser abgetragen und eingeebnet. Dadurch hat man heute ein Schnittprofil der Häuser auf der rechten Straßenseite. Die antike Straße verlief etwas oberhalb der Stadt, etwa in Höhe des Tempels, und traf hinter dem kleinen Steinbruch wieder auf die jetzt überteerte Straße

Von hier aus verläuft die Straße bis zur Kreuzung El Aroussa- Testour (Meilensteinstandort) und biegt hier nach links in Richtung Testour ab. An dieser Stelle befindet sich heute noch ein Meilensteinsockel. Von hier verläuft die Straße geradeaus in Richtung CHOREVA Abb. 21. Etwa eine Meile vor CHOREVA biegt die moderne Straße nach links und verlässt damit die antike Straße. An dieser Stelle befinden sich noch mehrere Meilensteinsockel. Die Via Numidica verläuft weiter geradeaus bis CHOREVA Abb. 22.    

 

Abb.20 ALMA heute: Die Reste einer Zisterne, im Hintergrund eine Tempel  
Abb.21 Straße zwischen ALMA und CHOREVA Abb.22 CHOREVA, im Hintergrund der Djebel en Notlah  

CHOREVA

liegt im Bogen einer Flussschleife des Silianas vor dem Dj. en Notiah. Hier kann man anhand der Fundamentreste der Häuser noch einige Straßenzüge ausmachen. Direkt am Fluss gelegen, erkennt man die Reste einer byzantinischen Befestigung und einige, durch den Fluss zerstörte,  Zisternen.  (Abb.23) Im Fluss gelegen,  in Höhe der Festung,  liegen die Reste eines Stauwehrs    (Abb. 24) mit einem Wasserhaltebecken (Abb. 25). Von CHOREVA verlief eine Nebenstraße in Richtung SULULOS weiter nach BISICA. Da sich die Flussschleife im Laufe der Jahrhunderte vergrößert hat, sind im ankommenden Straßenverlauf keinerlei Brückenbaureste mehr sichtbar. Vermutlich wurde der Fluss mit einer Holzbrücke überwunden.

Abb.23 Reste einer durch Wasser zerstörten Zisterne Abb.24 CHOREVA, Ruine eines Stauwehrs
Abb.25  CHOREVA  Reste des Wasserhaltebeckens Abb.26 CHOREVA , Reste der Straße am Ortsausgang in Richtung Süden.

Von CHOREVA aus, verläuft die Straße am Fuße des Djebel en Notiah (Abb. 26 im Vordergrund Fragment eines Meilensteins) nach links in Richtung des Djebel Knssar el Glael. Einige Meter weiter tritt gut sichtbar die Straßenrandbefestigung aus dem Boden hervor ( Abb. 27 Bildmitte); Auf der Fahrbahn hat sich ein Olivenbaum angesiedelt. Die Straße durchquert eine kleine Senke, durch die sich einige kleine Wadis ihren Weg gebahnt haben.

Die Fahrbahn wurde schon in der Antike von kleinen Wadis durchtrennt und dann immer wieder provisorisch mit Bauschutt, Sand und Steinen ausgebessert (Abb. 28 und 29). Die Straße verläuft dann bergan und überquert die kleine Bergkette des Djebel Knssar el Glael. Das anstehende Gebirge im Kammbereich wurde zum Teil abgetragen und geglättet. Die Straße schwenkt im Kammbereich nach links und verläuft bis kurz vor THENA, im Hangbereich des Berges.

An der 66. Meile verläuft die Fahrbahn noch im Hangbereich. Von hier aus ist es noch etwa 1 Meile bis THENA (Abb. 30 - die LXVI.Meile). Hier liegen einige Meilensteinsockel sowie, in die Fahrbahn eingelegten, Steinquadern, die vermutlich eine Art Ortsgrenze darstellten. Besagte Markierungen finden sich noch an zwei weiteren Orten. Links der Fahrbahn sind Reste des Fundaments eines kleinen Gebäudes sichtbar.

Abb.27 CHOREVA  Fahrbahnrandsteine in Bildmitte Abb.28  CHOREVA  Eine von einem Wadi durchtrennte Fahrbahn
Abb.29  CHOREVA   Durchtrennte Fahrbahn Abb.30  Meilensteinstandort an der 66.Meile vor THENA

THENA heute - in einem bedauerlichen Zustand: Die Gebäude und Fundamentreste sind hier zu Wasserschutzwällen zusammengeschoben worden.

Erhalten geblieben ist ein antiker Brunnen. THENA liegt an der 67. Meile. 

Bildmitte links : Die VIA NUMIDICA heute - mit Baumbewuchs

Abb. 31 Thena Abb. 32  die Via Numidica  im ( fast) Originalzustand, an der 68.Meile

Erhaltenes Teilstück an der 68. Meile .Ein Meilensteinstandort, an dem etwa acht Meilensteine standen. Hier befindet sich eine weitere Fahrmarkierung der Straße, in  Form  eingelegter, länglicher Steinquadern.

Etwa 500 m weiter in Richtung AQUAE befindet sich ein  kleiner Wasserüberlauf, der das Auswaschen der Fahrbahn bei starken Regenfällen  verhindern  soll. Die Straße verläuft hier parallel zum  Djebel Es Sera Koudiat und der Straße  nach  Testour und Ain Younes.

Abb. 33  kleiner Wasserüberlauf  Abb. 34  Fahrbahnrand

Die Fahrbahn der VIA NUMIDICA zwischen der 68. bis 71. Meile ist eines der besterhaltenen Streckenabschnitte der antiken Straße. Zum Teil sind beidseitig die Randsteine erhalten. Mehrere Messungen der Fahrbahn ergaben eine durchschnittliche Breite von 6,40 Meter.

Fahrbahn der VIA NUMIDICA zwischen der 68. und 71. Meile. Sehr gut zu erkennen die Fahrbahn mit einer leichten Überhöhung und den seitlich gesetzten Randsteinen.

Abb. 35    Randsteine Abb. 36    Randsteine
Fahrbahn der VIA NUMIDICA zwischen der 68. und 71. Meile. An dieser Stelle wurde ein Damm aufgeschüttet der an einigen Stellen nach gut zu sehen ist.
Abb.37 Meilensteinsockel Abb.38 Fahrbahnmarkierung

Sockel, dem Meilenstein des CARACALLA  zugehörig, an der 68. Meile. Größe 1,20 m x 1.40 m, 25 bis 30 cm dick, Durchmesser der Bohrung 54 cm, 18 cm tief. Abb.37 Eingelegte Steinquadern in die Fahrbahn als Markierung an der 68. Meile. Abb.38

Zwischen THENA und AQUAE (Ain Younes) treffen wir auf zwei kleinere Ruinenfelder, die sich an der antiken Straße befinden. Die erste Siedlung liegt etwa an der 69. Meile, Standort des Meilensteins (lfd. Nr. 37). Die zweite, etwas größere, Siedlung liegt an der 71. Meile; Hier finden sich zwei Meilensteinfragmente (lfd. Nr. 38 und 39) - Nr. 39 war als Spolie in einer Hauswand verbaut. AQUAE liegt an der 72. Meile. Es teilt das gleiche Schicksal wie THENA. Häuser und Gebäudefundamente wurden zu Wasserschutzwällen zusammengeschoben - Abb. 39 und 39.a. An dem kleinen Wadi liegend, finden sich größere Fundamentreste aus Opus Caernentitium, die wohl zu einer kleinen Brücke gehörten; Etwas weiter der Straße folgend, treffen wir dann auf den großen Wasserüberlauf -  Abb. 39.

Abb.39 Aquae wurde zusammen geschoben Abb.39 a  Aquae
Abb.40  großer Wasserüberlauf bei Aquae
Am Wasserüberlauf macht die Straße einen Bogen nach rechts und verläuft nun am Fuße des Djebel Eich-Cheid in Richtung AGBIA. Zum Teil ist die VIA NVMIDICA heute durch eine neue Straße überbaut worden; An anderer Stelle verläuft die antike Straße links der neuen Fahrbahn. Etwa 1 Meile  (1,5  km)  hinter  AQUAE  sind  bei  den  Bauarbeiten  an  der  neuen  Straße  mehrere Meilensteinsockel, die rechts der VIA NVMIDICA im Boden lagen, nach links auf die antike Fahrbahn verbracht worden - Abb. 42. Die neue Straße folgt weiter der antiken Fahrbahn bis kurz vor einer kleinen antiken Brücke - Abb. 44 und 45 - vor Khalled Nord; Hier lag der Ort MIZIGI, von dem so gut wie nichts mehr vorhanden ist. Abb. 43 - die Fahrbahn bei MIZIGI in Blickrichtung AQUE, im Hintergrund der Djebel Eich-Cheid.
Abb.42  Meilensteinsockel 1998, heute zerschlagen Abb.44  Mizigi
Abb.44  kleine Brücke (Wassereinlauf) Abb.45 kleine Brücke (Wasserauslauf)

Die Fahrbahn verläuft an Khalled Nord vorbeiführend durch die fruchtbare Ebene des Oued Khalled in Richtung Khalled Süd und auf die Stadt AGBIA zu. In Khalled finden wir einen Meilenstein, der die 80. Meile angibt (lfd. Nr. 40). In diesem Bereich befand sich die Siedlung ASSAU. In der Ebene ist die Straße zum  Teil  noch  als  Überhöhung  im  Boden auszumachen.  Etwa  in Höhe  des neuen Dougga befand sich eine Anbindung an die Bergstadt THVGGA. Die Straße lief direkt nach AGBIA. Im fruchtbaren Flachlandbereich ist der Fahrbahnaufbau zum größtenteils durch die Landwirte abgetragen worden, um den Boden zu nutzen. An dem ersten Wadi hinter Khalled liegen noch einige größere Fragmente aus römischem Beton, die vermutlich als Widerlager einer Holzbrücke dienten.

Dougga / Thugga

Die Straße, ein Zubringer von der Via Numidica nach Dougga, führt steil in die Höhe und endet am Bogen des  Septimus Severus. 
Abb.46 Bogen des Septimus Severus Abb.47 Blick in das Tal des Oued Khalled durch das die Via Numidica führt

Die Römer verstanden es, Städte anzulegen, und bei der Wahl ihrer Standorte hatten sie stets eine glückliche Hand. Es gibt aber nur wenige Römersiedlungen, die so herrlich gelegen sind wie Dougga. Von einer abschüssigen Bergterrasse schauten die Gebäude weit ins Land. Auf drei Seiten fällt das Gelände über mehr als hundert Meter schroff gegen das Tal des meist ausgetrockneten Oued Khalled hin ab. So war eine natürliche Schutzlage gegeben. Auf stolzer Höhe träumen nun unter einem Olivenhain in wilder Einsamkeit die Ruinen von glänzender Vergangenheit.

Drei Monumente sind es vor allem, die unsere Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Vom Parkplatz her gelangen wir mit wenigen Schritten mitten ins römische Theater, das in seltener Vollkommenheit erhalten geblieben ist. Die Halbkreisförmig in den Hang eingefügten Sitzreihen, die durch Treppen und Wandelgänge unterteilt werden, präsentieren sich lückenlos. Von den obersten Rängen überblicken wir die ganze Anlage. Die Bühne ist teilweise unterkellert. Hochragende Säulen, von denen etliche noch feingliedrige Kapitelle tragen, erheben sich darüber. Nur die Bühnenrückwand steht nicht mehr, so das nun die Tiefe der Landschaft den Abschluss der Szene bildet. Eine Mauerinschrift gibt der Nachwelt kund, dass ein Marcius Quadratus zur Regierungszeit des Kaisers Antoninus Pius seiner Vaterstadt dieses Theater gestiftet hat, und zwar - wie der Text erklärt " aufsteigend von den Grundmauern mit < Basiliken >, einem < Portikus >, einer Bühne mit Vorhängen und vollständigem Dekor ". Allerdings geschah diese Stiftung nicht ganz uneigennützig, vielmehr als Entschädigung für die Würde eines " Priesters auf Lebenszeit ", die dem ehrenwerten  Bürger  von  Dougga verliehen  worden war.  Der Bau des Theaters

Abb.48 + 49 Theater 
erfolgte zwischen 166 und 169 nach Christus. Dem Bauwerk liegt wohl das griechische Vorbild zu Grunde, doch ist die Frontmauer, welche Bühne und Zuschauerraum zur geschlossenen Einheit verschmilzt, römisches Element, das erst in der frühen Kaiserzeit auftaucht. In dieser baulichen Abwandlung kommt ein anderer Geist zum Ausdruck. Die klassischen Tragödien und Komödien, deren Sprache und Ideengut dem Publikum des 2.Jahrhunderts kaum mehr verständlich waren, gehörten wahrscheinlich nur noch selten zum Repertoire der Aufführungen. Hier dürften vor allem Pantomimen, derbe zeitgemäße Lustspiele und wohl auch Zauberkünste, Gauklerspiele und akrobatische Darbietungen neben öffentlichen Vorträgen und den sehr beliebten rhetorischen Wettkämpfen ins Programm gehört haben.

Hinter der Bühne war dem Gebäude der Portikus, eine gedeckte Säulenhalle vorgelagert, die den wartenden Zuschauern Schutz vor Sonne oder Regen bot. Insgesamt umfasst der Zuschauerraum etwa 3500 Sitzplätze, und vielleicht war er bereits mit einer " Klimaanlage " ausgestattet. Der Hügel, dem die Sitzreihen eingefügt worden sind, hatte nicht die Form eines vollendeten Halbrundes. Die Mängel des natürlichen Terrains sind aber durch seitlich angebrachte Zisternen ausgeglichen worden. Das dort aufgefangene Regenwasser dürfte nach der Ansicht einiger Archäologen der Besprengung des Zuschauerraums gedient haben, um auf diese Weise den Saal an heißen Tagen etwas zu kühlen.

Abb.50 Kapitol Abb.51 Giebel des Kapitols

Ein paar Schritte über altes Straßenpflaster führen uns zum Kapitol, zur wohl  am besten erhaltenen Tempelruine von ganz Nordafrika, die sich vor uns aufbaut. Auf der talwärtigen Seite hebt ein wuchtiger Unterbau das Gebäude markant empor. Über etwa zwanzig Treppenstufen steigen wir zur graziösen Vorhalle auf. Schlanke, kannelierte Säulen tragen den mächtigen Giebel, dessen Relief einen fliegenden Adler darstellt, der einen Mann empor trägt.

Die elegante Architektur der Vorderfassade, der ausgezeichnete Erhaltungszustand und auch die in vollem Sonnenlicht wirkungsvoll zum Ausdruck kommende Patina des harten, feinkörnigen Kalksteins, der Brüchen in der Umgebung entstammt, vereinigen sich zu einem unvergleichlichen Gesamtbild. Der Eingang zur Cella, zum Innenraum des Tempels, wird von gewaltigen, etwa sieben Meter hohen Monolithen flankiert, die einen eigen-artigen Kontrast zu den zierlichen Säulen des Vorraums bilden. Dank geschickter Restauration präsentiert sich die 13 auf 14 Meter messende Cella in unverfälschter Originalität. Die Wände bestehen aus Bruchsteinmauern. Außen waren sie samt den Kranzgesimsen mit Stuckwerk verkleidet. Durch kannelierte, korinthische Wandpfeiler, die den Kanon der Portikussäulen fortführen, erhalten sie eine harmonische Gliederung. In die Rückwand des Innenraums sind drei Nischen eingelassen, die einst die Gottheiten des Kapitols geborgen hatten. In der mittleren Wandvertiefung, die durch einen Rundbogenabschluss hervorgehoben wird, stand die Kolossalstatue des Göttervaters Jupiter, während sich Juno und Minerva mit kleineren, rechteckigen Seitennischen zu begnügen hatten. Der mächtige Unterbau des Tempels, das hohe Podium, enthielt eine dreigliedrige Krypta, die wahrscheinlich zu byzantinischer Zeit ihre Umwandlung zur christlichen Kirche erfahren hatte. Dabei dürften auch die heidnischen Götterbilder entthront worden sein. Was davon übrig blieb, beispielsweise der schwer beschädigte Marmorkopf der Jupiterstatue, findet sich heute im Bardo-Museum.

Rings um den Tempel ist in langwieriger Arbeit ein Teil der einstigen Stadt freigelegt worden, auf der einen Seite das Forum, auf der ändern der Platz mit einer ins Pflaster eingelassenen Windrose. Über plattenbelegte Straßen gelangen wir an wohlerhaltenen Treppen, Haus- und Tempelgrundrissen, Badeeinrichtungen und Mosaikböden vorbei zum etwas abseits liegenden, hinter 

Abb.52 Platz der Windrose Abb.53  Tempel der Caelestis
alten Ölbäumen versteckten Tempel der Juno Caelestis. Wir finden eine halbrunde Anlage vor, die von einer hohen Mauer abgeschlossen wird. Breite Marmortreppen führen zu einem Podium empor, über dessen eine Front sich 23 korinthische Säulen erheben. Das war die Tempelhalle mit ihrem Vorraum. Im Grundriß dieser Anlage kommt das Halbmondsymbol wieder zum Ausdruck, dem wir als Attribut der karthagischen Göttin Tanit schon im Bardo-Museum
Abb. 54 + 55 Tempel der Caelestis

und in Karthago begegnet sind. Tatsächlich steckt hinter dem lateinischen Namen die punische Göttin. Immer wieder haben ja die Römer in eroberten Gebieten die lokalen Gottheiten ihrem Götterhimmel einverleibt und ihnen dieselbe Verehrung zugestanden wie den eigenen. Vielleicht eine Geste, die den Schutzmächten des Landes galt; ihren Zorn und Unwillen hatten ja die Eindringlinge auf sich gezogen. Auf diese Weise überlebte die punische Religion den  Fall   Karthagos  über   Jahrhunderte  hinweg,  denn  der  Tempel  der  Dea Caelestis ist erst zu Beginn des dritten nachchristlichen Jahrhunderts entstanden. Die Verehrung der einstigen Stadtgöttin Karthagos hat selbst im religiösen Leben der Stadt Rom eine gewisse Rolle gespielt. Auch war sie im römischen Heer weit verbreitet. Bestimmt war es der aus Nordafrika gebürtige Kaiser Septimus Severus, der dem im alten karthagischen Kulturraum tief verwurzelten Kult besondere Förderung angedeihen ließ. Das aber Dougga schon lange vor der Römerzeit bestanden haben musste und damals schon dem punischen Kultureinfuß voll-kommen erlegen war, erkennen wir am lybisch- punischen Mausoleum, dem ältesten Bau-denkmal der Ruinenstätte.

Ganz im Süden des Feldes erhebt es sich als turmartiges Gebäude zur stolzen Höhe von 21 Metern. Die drei Stockwerke verjüngen sich nach oben, strecken sich zugleich, und auf dem hoch-stehenden Quader des dritten ruht als Krönung eine kleine Pyramide. Auf ihrer Spitze schließlich thront ein auf den Hinterpfoten sitzender Löwe. Das Gebäude ist nichts anderes als das standesgemäße Mausoleum eines berberischen Fürsten. Dieser aber hat das eigene Grabdenkmal durch einen karthagischen Baumeister er-stellen lassen, und zwar um die Wende vom dritten zum zweiten Jahrhundert vor Christi Geburt. Doch der Karthager hat sich vermutlich an Vorbilder aus der früheren phönizischen Heimat gehalten, an die Grabtürme, die wir von Palmyra in der syrischen Wüste her kennen. Was das vorzüglich restaurierte Bauwerk vor allem bemerkenswert macht, ist aber nicht nur seine Form, Abb.57 Basisrelief im Forum   sondern eine Inschrift, die einst  wahrscheinlich in der Grabkammer angebracht war. In punischer und libyscher Sprache nennt sie die Namen des Verstorbenen, des karthagischen Baumeisters und der fast ausschließlich berberischen Arbeiter. Diese Tafel hatte der britische Konsul in Tunis um 1842 herausbrechen lassen, wobei das Grabmal rücksichtslos fast völlig zerstört wurde. Zusammen mit ändern zweisprachigen Texten, die in Dougga aufgefunden worden sind, ermöglichte die Inschrift die Entzifferung der libyschen, d.h. berberischen Schriftzeichen. Das berühmte Dokument aber befindet sich heute im Britischen Museum.

Abb.58 Thermen des Licinius, erbaut unter Gallienus 260-268 n.Chr
Abb.59 Odysseus als Wandteppich, vorgefunden im Hotel Dougga

Zu reichhaltig ist die Ruinenstätte von Dougga, als daß wir auch nur annähernd auf mehr Einzelheiten eingehen können.

Weitere Tempel fesseln unsere Aufmerksamkeit: Der Merkurtempel mit den zehn Säulen seines Portikus; der Tempel des Tellus mit einer prächtigen Eingangshalle; die Tempel von Concordia, Pater liber; der Saturntempel mit seiner Terrasse hoch über dem Oued Khalled; der Plutotempel. Wir kommen an den freigelegten Überbleibseln einstiger Villen vorbei. Wohl erhalten wir noch manchen Eindruck in die Sphäre des häuslichen Lebens. Die schönsten Schmuckstücke aber sind nicht mehr da: Die Mosaiken auf Fußböden, in Wasserbecken und an den Wänden. Man hat sie sorgfältig entfernt, ins Bardo-Museum gebracht und dort nach der Restauration den Sammlungen einverleibt. Manche Hausbezeichnung  weist  auf  die vorgefundenen  Darstellungen hin: Das Haus  des Dionysios und des  Odysseus, das  nicht   nur  seinen  Grundriss offenbart, sondern auch noch Teile des Obergeschosses erkennen lässt; das Haus des Labyrinths mit einigen noch eingelassenen Mosaiken von geometrischer Ornamentik; das Haus "0mnia tibi felicia" ; das Haus der drei Masken; das Haus der Ernte und der- Jahreszeiten. Das größte Gebäude ist das Haus des Trifoliums, benannt nach einem Raum mit drei kleeblattartig angeordneten, albkreisförmigen Ausbuchtungen, wohl einem raffiniert ausgestatteten Speisesaal.

Ferner gibt es in Dougga mehrere Thermenanlagen, so die Thermen des Licinus und die Thermen der Zyklopen, die ihren Namen ebenfalls einem nun verpflanzten Mosaik verdanken. Beim Eingang zu den letzteren finden wir die öffentliche Latrine. Es handelt sich um eine halbkreisförmige Sitzbank mit zwölf gebohrten Löchern.(Abb.62) Auf der Vorderseite öffnen sich breite Mauerspalten gegen eine Rinne, welche die Verbindung mit der Kanalisation herstellt. Selbst in dieser Lokalität scheinen die Römer gesellige Leute gewesen zu sein.

Wasserleitungen und Zisternen weisen auf den hohen Stand der damaligen Infrastruktur hin. Von der Vergänglichkeit des weltlichen Ruhms zeugen die zerfallenen Triumphbogen des Severus Alexander und des Septimus Severus.

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Abb.60 Saturntempel, mit Blick in das Tal nach Kalled Nord Abb.61 Bogen des Alexander Severus
Neben der Vielfalt an heidnischen Kultstätten ist das Christentum mit der Kirche der Victoria recht bescheiden vertreten. Ihr frühgeschichtlicher Friedhof gesellt sich den alten Grabfeldern bei. Wenn wir uns auch nicht eingehend mit all den archäologischen Kostbarkeiten befassen können, wird der Besuch von Dougga doch zum nachhaltigen Erlebnis. Die besondere Wirkung liegt in der wohl einmaligen Verflechtung von vergangener Kultur und gegenwärtiger Natur, von verblichenem Glanz und sprießendem Leben. Säulen und Trümmer bieten immer neue Vordergrundkulissen für den weiten Blick in die Ferne. Von geborstenen Quadern sind weite Flächen übersät, und friedlich weiden die Schafe dazwischen. Neben den schlank aufstrebenden Säulen wachsen die Ölbäume nach andern Gesetz und schaffen so das lebende Gegenstück zur starren Geometrie. Zugleich lenkt ein Ruinenfeld wie Dougga unsere Gedanken auch weit zurück in die Tiefe der Zeit. 
Abb.62 Toiletten in Dougga Abb. 62a Einzeltoilette
Neben Felsengräbern und Dolmen, die als urgeschichtliches Erbe die ältesten Elemente bilden, steht das punische Grabmal, ein paar Schritte davon entfernt dehnt sich die römische und die byzantinische Nekropole, aber nicht weit weg liegt schon der arabische Friedhof im Schutze des Marabou. Auf engem Raum haben Jahrhunderte ihre Spuren hinterlassen, die von Invasionen, Kulturfolgen und Religionswandel zeugen. 
Abb.63 Dougga

Wir verlassen Dougga wieder und begeben uns auf die VIA NVMIDICA. Die Straße verläuft direkt bis AGBIA, das einige Meter rechts der modernen Straße gleich hinter dem neuen Dougga liegt. Von hier aus ist die byzantinische Festung aus dem 6. Jahrhundert schon gut sichtbar. Von der Stadt AGBIA ist leider nicht mehr sehr viel erhalten geblieben. Vor der Stadt, in einem Olivenhain, steht eine alte arabische Festung mit dem Namen Borj Brahim, die zum großen Teil aus Spolien der Stadt AGBIA zusammengebaut wurde. In einer Außenwand finden wir eine Inschrift aus der Tetrarchie.

Abb.64 Die byzantinische Festung von Agbia

Abb. 65 Festung Agbia noch heute von einem Bauern bewohnt

Abb.65  Meilensteinstandort  Abb. 66 Meilestein für Thrax 85.Meile
 

Von AGBIA läuft die Straße dann weiter in Richtung MUSTI. Hinter der Ab-zweigung nach Gaafour verläuft die VIA NVMIDICA dann auf der linken Seite der modernen Straße. In Höhe des Marabous Sidi el Mekki steht bzw. stand bis Ende 1997 der letzte Meilenstein an seinem Standort (Stein lfd. 50). Vor dem Marabou sind einige Meilensteine zusammengetragen worden, sozu-sagen, ein Meilenstein-friedhof. Die Straße ver-läuft bis MUSTI links der modernen Straße und kreuzt diese dann in MUSTI hinter dem Triumphbogen des Gordian III. Die römische Stadt MUSTI befindet sich unmittelbar vor der modernen Siedlung Le Krib. Die Stadt ist  zum  Teil  ausgegraben.  Eines  der  größten  Baukomplexe  ist  die,  im  6.  bis  7.  Jahrhundert entstandene, byzantinische Festungsanlage. Der Triumphbogen des Gordianus Pius III befindet sich links neben der modernen Straße, einen weiteren, zerstörten, Bogen finden wir dann rechts am Ausgang der antiken Stadt.

Abb.67 Bogen des Gordian III in Musti
Von hier aus verläuft die VIA NVMIDICA dann durch das Stadtgebiet von Le Krib, von der Fahrbahn ist nichts mehr sichtbar, nach rechts an die Ausläufer des Djebel Gorra. Hier verbleibt die Straße dann bis etwa 1 km vor THACIA, das nicht  direkt an der VIA NVMIDICA liegt. Auf einer kleinen Erhebung im Gelände
Abb.68  Musti Geschäftsstraße Abb.69 Musti Tempel des Apollon
Abb.70 Via Numidica hinter Musti ( Le Krib) ( Soweit die Füße tragen) Abb.71 Die Reste von Thacia  
  biegt die Straße nach links und überquert die moderne Straße in Richtung DRUSIHANA. An dieser Biegung führte eine Straße in Richtung THACIA und weiter nach SICCA VENERIA. Hier finden sich noch Reste von Meilensteinsockeln. THACIA liegt in Höhe des modernen Ortes Borj el Messaoudi. THACIA liegt nicht direkt an der VIA NVMIDICA. Es liegt an den Ausläufern des Djebel Gorra an einem kleinen Hügel. Sichtbar noch einige Gebäudereste und Zisternen im Hangbereich, Abb. 71. Die antike Straße führt links der modernen 
Abb.72 Hier schneidet die Via Numidica die moderne Straße Abb.73  Noch gut zu erkennen die antike Fahrbahn

Hauptstraße vorbei an Borj ei Messaoudi, durch die Ebene des Oued Tessa. Etwa 1 km vor dem Oued finden wir auf einem kleinen Hof an der VIA NVMIDICA zwei Meilensteine; Einer der Steine gibt die 98. Meile an (lfd. Nr. 56

und 57). Wir können die Straße bis zum Oued Tessa ausmachen, finden aber keinerlei Überreste eines Viaduktes;  Vermutlich  hat  der  tiefeingeschnittene  Fluß  seine  Lage  in  den  vergangenen Jahrhunderten mehrfach verändert. Die VIA NVMIDICA wird erst wieder sichtbar an der Straße nach Dahmani Abb.72.

Die antike Fahrbahn kreuzt mehrfach die moderne Straße,  Abb. 73 und 74. In einer kleinen Siedlung teilt sich die moderne Straße;   Eine Straße führt weiter in Richtung Dahmani, dem antiken OBBA, die andere nach LE Kef. Vor der Siedlung verläuft die VIA NVMIDICA rechts der Straße, Abb. 74. Beim Anblick des Bildes fällt einem der Text auf den Meilensteinen des THRAX ein, der da schreibt: ....   LONGA INCVRIA CORRVPTAM ADQVE DILAPSAM .... Hier ist die obere Gesteinsschicht vom Regen freigewaschen worden und man kann sich gut vorstellen, dass die Straße ohne regelmäßige Wartung sehr schnell unpassierbar wurde.

Am Ausgang der kleinen Siedlung passiert die antike Straße, schräg nach links verlaufend, wieder die kleine moderne Straße. Von hier aus verläuft die Straße dann direkt auf DRUSIHANA zu. Spätestens hier fällt einem auf, daß die Siedlungsdichte abnimmt und das nicht nur in der Antike, sondern vor allen Dingen in der heutigen Zeit. Die Abstände zwischen den kleinen Siedlungen werden größer. Dieser Siedlungsfreiraum hat natürlich auch, oder vor allen Dingen, etwas mit der Nutzung des Bodens zu tun. Der Boden wird unfruchtbarer und sandiger und ist lange nicht mehr so ertragreich, wie zum Beispiel im Tal des Oued Khalled bei Dougga. DRUSIHANA liegt etwas erhöht an einem Zufluss des Oued Tessa. Der Stadtbereich wird heute landwirtschaftlich genutzt. Abb. 77 - Blick von DRUSIHANA auf die ankommende Straße.

Abb.74  Die Via  Numidica läuft hier parallel zur modernen Fahrbahn Abb.75 An der Kreuzung Le Kef - Dehmani schneidet die Via Numidica erneut die moderne Fahrbahn .Rechts daneben zwei Meilensteinsockel in situ
Abb.76 Zwei Meilensteinsockel in situ. Abb.77 Blick von Drusihana auf die Straße im Hintergrund

In DRUSIHANA, laut Tabula Peutinger die 105. Meile von Carthago, herrscht heute absolute Stille, da der Ort nur sehr schlecht zu erreichen ist, sodass man keine Besucher antrifft. Der Ort ist einfach vergessen worden. Es lebt lediglich ein Kleinbauer mit seiner Familie hier. Ein neu entstandener kleiner Oued hat sich am Stadtrand einen Weg durch die antiken Häuser und Zisternen gebahnt, Abb. 78. Anhand der noch vorhandenen, aus dem Boden ragenden. Mauerreste kann man den Verlauf der Stadtstraßen ausmachen,  Oberhalb des Nebenarms   des   Oued  Tessa   lassen  sich   einige   größere Gebäudekomplexe ausmachen.

Der Stadtname DRUSIHANA  ist  sicherlich  der  Tabula  Peutinger  entnommen

worden. Andere Beweise zum Namen sind uns nicht bekannt.

Abb.78  Drusihana , von einem Wadi durchtrennte Hausfundamente.  Abb.79 Der Stadtbereich von Drusihana., Straßenzüge noch sichtbar.
Etwas abseits von DRUSIHANA, an der Straße nach Dahmani, finden wir auf einem kleinen Hof einige Meilensteine. Die Steine sind zum Teil in die Umfassungsmauer der Hofstelle verbaut worden. Einer dieser Steine, Abb. 168, lfd. Nr. 63, weist die 109. Meile aus. Die Steine sind von dem französischen Vorbesitzer hierher gebracht worden und ihr antiker Standort ist unbekannt. Die Steine standen auf jedem Fall außerhalb der Stadt, in Richtung LARES. Ab DRUSIHANA haben wir die antike Straße noch nicht weiter untersucht. Laut Tabula Peutinger sind es 12 Meilen von DRUSIHANA bis LARES. Im Zentrum der antiken Stadt von LARES fallen als erstes die Reste der byzantinischen Festung ins Auge, Abb. 80, sowie einige größere Gebäudereste, Abb. 81.
Abb.80 Lares, im Hintergrund die Ecktürme der byzantinische Festung Abb.81 Lares  Reste einer Basilika ?
Von LARES führt die VIA NVMIDICA weiter nach Dahmani, dem antiken OBBA, laut Tabula Peutinger die 124. Meile. Die antike Stadt lag, von le Kef kommend, kurz vor Dahmani und ist heute zum größten Teil überbaut. Von hier aus geht es weiter nach ALTHIBUROS, heute Medaina. Hier stimmt die Tabula Peutinger allem Anschein nicht mehr mit den Gegebenheiten überein, denn die Karte weist hier einen Ort namens MUNA, an der 140. Meile, aus. Die heute gut ausgebaute Piste nach ALTHIBUROS führt direkt durch die antike Stadt. Am Eingang der Stadt, vor dem Oued, steht der noch erhaltene Triumphbogen des Hadrians, 128 n. Chr. erbaut. Die neue Straße führt vorbei an dem, links liegenden, Capitol, 185-191 n. Chr. und dem, unter Commodus, reg. von 180 -192 n. Chr., errichteten Theater Abb.82.
  Abb.82 Althiburos, das Theater, ein Berg von Steinblöcken und Schutt. Abb.83 Althiburos das Stadtzentrum
Von ALTHIBUROS geht es nach AMMAEDARA oder auch AD MEDERA, heute Haidra, Standort der 167. Meile. Die gesamte Länge der Straße bis THEVESTE ist, laut Meilensteinangabe auf einem, in THEVESTE gefundenen. Stein für Hadrian, 191 Meilen von CARTHAGO. Beim Eintritt in die Stadt AMMAEDARA fällt einem als erstes der Triumphbogen ins Auge, der unter Septimius Severus 195 n. Chr., Abb. 84, erbaut und von den Byzantinern befestigt wurde. Vor dem Bogen, links und rechts der Straße, der Militärfriedhof. AMMAEDARA war Standort der III. Legion Augusta. Am auffälligsten ist sicherlich die große byzantinische Festung,  Abb. 85, die unter Justinianus, reg. von 527 - 565 n. Chr., erbaut wurde. Es lohnt sich, auch heute noch, Haidra aufzu-suchen.
Abb.84 Ammaedera ( Haidra) die ankommende Straße am Bogen des Severus. Abb.85 Ammaedera (Haidra) im Hintergrund die große byzantinische Festung.

Meilensteine.

 

Schon die Assyrer unter  Sargon l. (8 .Jh. v.Chr.) scheinen Meilensteine aufgestellt zu haben, vereinzelt auch Griechen und Perser. In Rom stammen die frühesten uns bekannten Meilensteine aus dem 3 .Jh. v. Chr., in der Kaiserzeit werden die öffentlichen  Straßen regelmäßig mit Meilensteinen versehen. Die römische Meilensteine sind bis zu 3 Meter hohe Steinsäulen mit dem Namen und der Titulatur des Kaisers, teils auch dem Namen des Statthalters, und der Entfernung zu der nächsten Stadt oder Provinzgrenze.

 

Über 5000 römischen Meilensteine sind bekannt.                                   Th. P.         

 

Zur Geschichte Nordafrikas:

 

Die ältesten Spuren menschlicher Besiedlung stammen aus der Zeit um 400 000 - 300 000 v. Chr. (Altpaläolithikum).Die, bei Oran in Algerien gefundenen, Felszeichnungen sind Zeugen des Jungpaläolithikums (8000 v. Chr; die sogenannte Capsienkultur).

Das Neolithikum Spätcapsien währte vom  4. bis 2. Jahrtausend v. Chr.. Seit etwa 2 000 v. Chr. wurden libysche Stämme in den Tälern und Ebenen Tunesiens seßhaft. Um 1100 v.Chr. gründeten die Phöniker an der Küste Handelskolonien. Die phönikische Siedlung Karthago (814 v. Chr. gegründet) entwickelte sich zu einer bedeutenden Handels- und Seestadt, die ihre Herrschaft auf den nördlichen und zentralen Teil Tunesiens und die phönikischen Niederlassungen an den Küsten des westlichen Mittelmeeres  ausdehnte.  In  den  Punischen Kriegen (264 - 146 v. Chr.) wurde Karthago zerstört und das Gebiet des heutigen Tunesiens zum Kemland der römischen Provinz Africa, die sich mit der Ansiedlung römischer Kolonisten in die Kornkammer Roms verwandelte.

In  diese  Zeit  fiel  auch  der  Ausbau  der  VIA NVMIDICA, aus einer numidisch-punischen Piste wurde eine moderne römische Hauptstraße. Der Ausbau erfolgte im 1. und 2. Jahrhundert.

 

Die Numidier

Im 3. Jahrhundert v. Chr. hatten sich zwei numidische Königreiche herausgebildet; das der Masesylier und das der Massylier. Der König der Massylier, Massinisa, der zu Beginn des 2. Punischen Krieges (218/201 v.Chr.) ein Bündnis mit Rom geschlossen hatte, unterwarf 203 v.Chr. die, mit Karthago verbündeten, Masesylier unter Syphax und errichtete ein numidisches Reich.

 

Im 3. und 2. Jahrhundert v. Chr. entwickelten sich in Numidien bedeutende Städte (Citra, Siga, lol, Saldae). Ackerbau und Handel erreichten einen beachtlichen  Stand.  Es  bildete  sich  eine punisch-berberische  Zivilisation  heraus.  Nach dem Sieg der Römer über König Jugurtha (106 v. Chr.), der den Eroberern heftigen Widerstand geleistet hatte, wurde Numidien aufgeteilt. Der mit Rom verbündete König von Mauretanien, Bocchus, erhielt West- und Zentralnumidien als Geschenk. So entstand (auf dem Territorium des heutigen Marokkos sowie West- und Zentralalgeriens) das Königreich Groß-Mauretanien.

Abb. 107 Bleimünze aus der Zeit Massinisa

Die Römer

Der östliche Teil des numidischen Reiches, unter Juba l., wurde 46 v. Chr. von Rom annektiert. 42 v.  Chr.  eroberte  Rom  Groß-Mauretanien  und teilte es in zwei Provinzen: Mauretania Caesariensis (West- und Mittelalgerien) und Mauretania Tingitanis (Marokko). Die Römer gründeten zahlreiche Städte (Setif, lcosium, Timgard). Mit der römischen Zivilisation und der lateinischen Sprache verbreitete sich, seit dem 2. Jahrhundert n. Chr., auch das Christentum. 123 n. Chr. wurde die VIA NVMIDICA ausgebaut.

Der Ausbau der Straße erfolgte durch die III. Legion Augustae, die in Nordafrika stationiert war. Die Leitung der Ausbauarbeiten hatte der Legat des Kaisers, Publius Metilius Secundo.

 

Auch die Wasserleitung nach Karthago entstand unter Hadrian,132 km

Abb.108 Av. Münzbild der Macht, hier am Beispiel des Kaisers Probus 276-282 n. Chr.                                 Rv. Der immer siegende Kaiser steht mit Zepter; vor ihm kniende  Barbaren. Die Münze entstand nach dem Sieg über die Germanenstämme und wurde in Rom geprägt.

  Anmerkung zu den Meilensteinen

 

Die Meilensteine, eine Selbstverherrlichung des Kaisers  oder  nur   Wegweiser  mit Meilenangaben ?

Für den regierenden Kaiser waren sie sicherlich eine  Selbstverherrlichung  seiner  Selbst und sollte dem Volk   Größe darstellen,  so wurde nicht nur seine Titel  (Caesar,  Augustus, Dio, etc.),  die  er  innehatte,  sondern  auch  die Namen der von ihm besiegten Völker erwähnt. Nur in wenigen Fällen ging man auf das Objekt, die Straße, ein, so  bei  einem  Stein, dessen Standort die 66. Meile war, an der Via Numidia. Er wurde  für Maximinus  (Thrax),  237  n.Chr. gesetzt  und  erwähnt,  dass  man  die  lange vernachlässigte und zerstörte Straße zur Provinz Numidiae reparierte. Ob dieses in diesem Fall auch passierte, bleibt dahin gestellt. Für den Reisenden standen sicherlich die Meilenangaben und wie bei einigen Steinen, der eingehauene Name der nächsten Stadt, an erster Stelle. Hier konnte er sich informieren, wo er war und wie weit er bis zur nächsten Rast hatte. Wir haben festgestellt,   dass   die  Meilensteine   in  den meisten Fällen etwa eine Meile vor und hinter einer  größeren  Siedlung  oder  Stadt  gesetzt wurden.  Hier  scheint  eine  Art  Ortsgrenze gewesen zu sein, da wir an drei Stellen quer in die Fahrbahn eingelegte Quadern vorgefunden haben,   die   sicherlich   eine   Markierung darstellten. Die  Meilensteine  sind  von  unterschiedlicher Qualität und Durchmesser. So finden wir Ende des  zweiten  Jahrhunderts  bis  Mitte  drittes Jahrhundert sehr schön ausgestattete Meilensteine mit einem Durchmesser zwischen  40 cm und 55 cm. Die Schrift ist                                                                  

umgeben von einer Rahmung (Bordüre). Der Kopf ist wulstartig ausgearbeitet mit Hohlkehlen und Nuten. Die Qualität der Steine lässt im Dominat nach, die Steine  sind  nicht  mehr  geglättet,  nur  das Schriftfeld   ist etwas sauberer gearbeitet, die Schrift ist ungenauer und unregelmäßig. Man sparte die Sockelplatte und setzte den Stein ohne Sockel in die Erde. Die Durchmesser gehen unter 40 cm,  man nimmt sogar die Steine  des  Vorgängers,  dreht  sie  um  und beschriftet sie neu. Das Material wurde in fast allen  Fällen  vom  nächstliegenden  Steinbruch geholt und an Ort und Stelle bearbeitet. So hat man an der ganzen Strecke einen Einblick in die unterschiedliche Qualität des Gesteins in den naheliegenden Steinbrüchen am Straßenverlauf. Die Steine wurden sowohl   links als auch  rechts  direkt  an  den  Fahrbahnrand gesetzt. Die Steine haben scheinbar mit dem Schriftfeld zur Fahrbahn weisend, gestanden. Hadrian wurde 76 n. Chr. in Rom  geboren  und  unter der  Vor-mundschaft Trajans  erzogen. Im Jahre 117  n. Chr. wurde er  in Antiochia zum  Kaiser  aus-gerufen,  nachdem  der  Tod Trajans bekannt gegeben worden war. Er schloss Frieden mit den Parthern und verzichtete auf die eroberten Gebiete. Trotz Wider-stand des Militärs setzte er die friedliebende Politik fort, die  ausschließlich der inneren Festi-gung des Reiches  diente.  Die  Regentschaft  Hadrians  brachte  Rom eine Periode des Friedens und Stabilität. Das Finanzwesen war geordnet und die Steuern und Abgaben aus der Provinz flössen reichlich. Das lebhafte Interesse des Kaisers an Stadt und Land ist auch hier in Nordafrika nach-vollziehbar. Ausbau der Wasserleitung  nach  Karthago  mit 132 km Länge und der Ausbau des Straßennetzes.

 

 
Abb.110  Die Via Numidica an der 84.Meile, mit dem letzen stehenden Stein. Abb.111     Hadrian Panzerstatue   

Liste der Kaisernamen auf Meilensteinen                                                

 Nr.  Name  lebte von - bis     Reg. von - bis 
01  Publius Aelius Hadrianus   76-138 n.Chr. 117-138 n.Chr.
02 Marcus Aurelius Antoninus (Caracalla) 176-217 n.Chr.  198-217 n.Chr.
03 Marcus Opelius Severus Macrinus  164-218 n.Chr. 217-218 n.Chr.
04 M Opelius Antoninus Diadumenianus  208-218 n.Chr.  217-218 n.Chr.
05 Caius Julius Verus Maximinus (Thrax)  173-238 n.Chr. 235-238 n.Chr.
06 Caius Julius Verus Maximus (Thrax)  216-238 n.Chr.  235-238 n.Chr
07 Marcus Antoninus Gordianus Pius III  222-244 n.Chr. 238-244 n.Chr.
08 Marcus Julius Philippus l.(Arabs)  -249 n.Chr.  244-249 n.Chr.
09 M Julius Severus Philippus II.Filius  -249 n.Chr. 244-249 n.Chr.
10 Marcia Otacilia Severa    seit 234 n. Chr. verh. mit Philippus I.  Arab  
11 Caius Messius Quintus Traianus Decius  201-251 n.Chr.  249-251 n.Chr.
12 Herennia Etruscilla (Frau des Decius)  
13 Caius Vibius Trebonianus Gallus     204-253 n.Chr.    251-253 n.Chr.
14 C.V.Afinus Gallus V.Volusianus 253 n.Chr. 251-253 n.Chr.
15 Caius Publius Licinius Valerianus l.   208-260 n.Chr.  253-260 n.Chr.
16 Pubius Licinus Gallienus 218-268 n.Chr.  253-268 n.Chr.
17 Caius Marcus Claudius Tacitus 210-276 n.Chr.  275-276 n.Chr.
18 Lucius Domitius Aurelianus  207-275 n.Chr. 270-275 n.Chr.
19 Marcus Aurelius Carus 230-283 n.Chr. 283-283 n.Chr.
21 Marcus Aurelius Carinus   249-285 n.Chr. 283-285 n.Chr.
22 Caius Valerius Diocietianus 246-315 n.Chr. 294-305 n.Chr.
23 M.A.Valerius Maximianus (Herculius)  250-310 n.Chr. 286-310 n.Chr.
24 FI.Valerianus Constantius l. (Chlorus)  250-306 n.Chr.  293-306 n.Chr.
25 Caius Galerius Valerius Maximianus  -311 n.Chr.  293-311 n.Chr.
26 Galerius Valerius Maximinus ll.(Daza)  -313 n.Chr.  305-313 n.Chr.
27 Valerius Licianus Licinius l.  324 n.Chr.              308-324 n.Chr.
28 Flavius Valerius Licinianus Licinius II.  324 n.Chr.  317-324 n.Chr
29 Flavius Val. Constantinus l. der Große   274-237 n.Chr.  307-337 n.Chr.
30 Flavius Julius Delmatius  315-337 n.Chr.  335-337 n
31 Flavius Claudius Julius Constantinus  314-340 n.Chr.  317-340 n.Chr
32 Flavius Julius Constantius II. 317-361 n.Chr.  324-361 n.Chr.
33 Flavius Magnus Magnentius    353 n.Chr.  350-353 n.Chr.
34 Flavius Valentinianus l.   321-375 n.Chr 364-375 n.Chr.
35 Flavius Valens      328-378 n.Chr.  364-378 n.Chr.
36 Flavius Valentinianus II.  370-392 n.Chr.  375-392 n.Chr
 

Meilensteinsockel

 

Um die Standfestigkeit des Meilensteins zu gewährleisten, setzte man diesen in einen, vorgefertigten und im Boden eingelassenen, Sockel. Die meisten Sockel sind quadratisch mit einer runden Bohrung in der Mitte, Abb. 177, die dem Durchmesser des Steins entsprechend, eingearbeitet wurde.Da die Sockel in den meisten Fällen am ursprünglichen Standort verblieben und nicht verschleppt wurden, lassen sich die Meilensteinstandorte sehr gut feststellen. Auf Abb. 179 ein Sockel, an dem der Meilenstein unten freigehauen wurde, um ihn zu kippen. Siehe den Ausbruch an der gegenüberliegenden Seite.

Die Sockel sind grob gearbeitet und weisen eine Größe von 0,80 m bis 1,30 m im Quadrat auf. Die Dicke der Steine schwankt zwischen 25 und 50 cm.Wir finden aber auch einige quadratische Aufnahmelöcher, Abb. 178, und vermuten, dass in diesem Fall an den runden Steinen ein quadratischer Zapfen angearbeitet war.

Abb.177 Abb.178
Abb.179 Abb.180 Aufgenommene Sockel die jetzt auf der Fahrbahn der Via Numidica liegen  

               Die wichtigsten Abkürzungen auf Meilensteinen

 

AVG                             AUGUSTUS. Ehrenname, der Octavianus 27 v. Chr. vom Senat als höchste Auszeichnung zuerkannt wurde. Die Person  ist heilig, unverletzbar und Träger der göttlichen Würde. Danach wichtigster Bestandteil der Kaisertitulatur.

 

CAES                           CAESAR. Bis Kaiser Nero alle Namen mit Cäsar, ebenso die Angehörigen der kaiserlichen Familie, danach Ehrenname.

 

CENS                          CENSOR. Nur wenige Kaiser trugen diesen Titel, der das Amt Volkszählung, Verwaltung staatlicher Gebäude, Brücken, Aquädukte, etc., betraf.

 

COS                             CONSUL. Höchste Würde. In der Inschrift bedeutet die Ziffer nach "COS", wie oft der Kaiser zum Konsul ernannt wurde.

 

COS DESIG                 CONSUL DESIGNATUS, nannte sich der Konsul bis zum Antritt seines Amtes

 

DIVI                             Ehrende Bezeichnung. Mehrere Kaiser sind nach ihrem Tod zu Göttern erhoben worden, auf Beschluss des Senats und auf Antrag ihrer jeweiligen Nachfolger.

 

DN                               DOMINUS NOSTER. Unser oberster Herr. Erstmalig bei Aurelianus, später üblich.

 

F,FIL                           FILIUS. Sohn des ...

 

FEL                             FELICISSIMUS. Glücklichste(r)

 

FORTISS                     FORTISSIMUS. Stärkste(r)

 

IMP                             IMPERATOR. Militärischer Ehrentitel - oberster Feldherr. Ehrentitel, der jeweils nach Siegen verliehen wurde. Nachfolgende römische Ziffern bezeichnen, wie oft der Kaiser mit dem Titel ausgezeichnet wurde.

 

INVICTVS                    INVICTUS. Unbesiegte(r)

 

LEG AVG PR PR         LEGATUS AUGUSTI PRO PRAETORE. Seit Augustus Verwalter der kaiserlichen Provinzen mit dem Oberbefehl über die Truppen.

 

LEG , LEGIO               LEGION. Römische Heereseinheit von, je nach Epoche, unterschiedlicher Stärke und Gliederung. In der Kaiserzeit ungefähr 6000 Mann stark.

 

MAX                            MAXIMUS. Größte(r)

 

N, NEP                                    NEPOS. Enkel des ....

 

NC, NOB CAES           NOBILISSIMUS CAESAR. Edler oder vornehmer Cäsar.

 

PIVS                            Pflichtgetreu gegenüber den Göttern, dem Staat und der Familie. Titulatur zahlreicher Kaiser seit Antoninus Pius.

 

PRINCEPS IVENTVTIS             Erster der Jugend.

 

PONT MAX                 PONTIFEX MAXIMUS. Höchste geistliche Würde. Der bedeutendste Amtsträger der römischen Staatsreligion.            

 

P P                               PATER PATRIAE. Vater des Vaterlandes.

 

PRO COS                     Der Pro Consul war hauptsächlich in der Provinz tätig und hatte hauptsächlich militärische Funktion. Auch der Kaiser nahm gelegentlich diesen Titel an.

 

TRIB PO T, TR P         TRIBUNICA POTESTAS. Diese Würde wurde dem Kaiser jedes Jahr verliehen. Sie beinhaltete das Veto gegen Senat und Armee. Gleichzeitig verlieh sie das Recht der persönlichen Unverletzbarkeit. Die Abkürzung erleichtert oft die Datierung der Meilensteine. Nach Gordianus III wurde sie nicht mehr verwendet.

 

ARABICVS                   Hatte der Kaiser über ein Volk gesiegt, wurde dieses oft 

ARMENIACVS            durch den Beinamen angezeigt.

BRITANNICVS           

GERMANICVS

SARMATICVS

MAX DACICVS  

PARTHICVS

 

MATER CASTRORVM   Mutter des Feldlagers. Verwendete man bei einigen Frauen der Kaiser, so zum Beispiel bei Herennia Etruscilla, die Frau des Decius oder bei Marcia Otacilia Severa, Frau des Philippus (Arabs).

 

 

                           Römisch V ist gleich W, V oder U

 

Schlussbetrachtung

 

Das wäre sicherlich ein würdevoller Platz für einen  Meilenstein  mit  Ortsangabe,  wenn  er neben seinem modernen Kollegen stehen könnte.  Leider  ist das nicht der Fall,  sondern nur eine Fotomontage. Die Steine liegen weiterhin im Gelände herum und sind in absehbarer Zeit ganz verschwunden; man hat scheinbar immer noch nicht begriffen, dass es sich hier um unwiederbringliche schriftliche Dokumente unserer Vorfahren handeln. Der Mensch sollte erst die Vergangenheit  kennen,  um  die  Zukunft  zu planen. Wir haben uns mit diesem kleinen Buch bemüht, wenigstens einen Überblick zum Leben und den, noch sichtbaren. Zeugen einer römischen Hauptstraße zu geben. Natürlich werden wir uns nicht davon abbringen lassen, weiterhin auf der Suche nach der Vergangenheit zu sein. Es lohnt sich immer, auf alles zu achten und es zu konservieren und sei es nur mit Fotos. Wenn man sich überlegt, dass einige Fotos in diesem Buch schon jetzt einen dokumentarischen Wert haben, so zum Beispiel: Abb. Nr. 12 auf Seite 23 : der Fahrdamm ist im vorigen Jahr eingeebnet und mit einer Teerdecke versehen worden, oder Abb. 9 auf Seite 20 : hier überpflügt ein Landwirt jetzt den antiken Fahrdamm und sammelt das Gestein ab. So könnten wir die Liste noch weiter fortsetzen und stellen fest, dass auch hier eigentlich ein Handlungsbedarf besteht,  die  antike  Straße  durch  Fachleute zu vermessen und wissenschaftlich zu erforschen. Durch die,  jetzt noch intensiver betriebene, Landwirtschaft wird man sicherlich in einigen Jahren die Trasse der VIA NVMIDICA nur noch erahnen können. Wir hoffen, dass wir dazu beitragen konnten,  die Straße sichtbar zu machen.

Abb.181 Ain Tonga ist das antike Thicnica. Der Meilenstein 364-375 n. Chr, die Inschrift auf dem Stein lautet: 
D(ominos) N(oster) Flavius Valentiniano et Valenti victoribus semper Augg Municipium Thicnica 

BILDNACHWEIS:

 

       Helmut Nils Loose. Abb. Nr.9  Dr. Ralf Holländer, Abb. Nr. 2, 65, 66, 75, 76    P. Jean Ferron,  Abb. Meilensteine Nr. 6, 8, 11, 12, 13 und 14 

 alle anderen Bilder Uwe Bigalke, Vechelde / Ot. Köchingen,

                                                     Reproduktion der ganzseitigen Bilder durch Foto-Studio W. Langeheine, Vechelde                                                

 

LITERATURVERZEICHNIS

 

LES RUINES DE DOUGGA

PAR    CLAUDE  POINSSOT

Tunis 1983

MINISTERE DES AFFAIRES CULTURELLES

 

RÖMISCHE MÜNZEN

B. Ralpf Kankelfitz

BATTENBERG VERLAG AUGSBURG

 

Bildlexikon antiker Personen

German Hafner

Artemis & Winkler Verlag,

Düsseldorf/Zürich

 

LEXIKON DER ANTIKE

Gondrom Verlag

VEB Bibliographisches Institut Leipzig

1987

 

Lexikon der Alten Welt

Weltbild Verlag GmbH, Augsburg

1995

 

DIE RÖMISCHEN KAISER

Herrscher von Augustus bis Konstantin

CHRIS SCARRE

BECHTERMÜNZ VERLAG

1996

 

BYRSA

P.Jean Ferron

Tunis

1952

 

ROM UND SEINE GROSSE ZEIT

Leben und Kultur im antiken Rom

Arena- Verlag- Georg Popp Würzburg

1976

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